03Apr2008

Home Sweet Home, Ulleval…

Hallo alle zusammen!

Ich weiß, lange hab ich nichts von mir hören lassen… Aber jetzt bin ich wieder am Start! Momentan habe ich hier sehr viel zu tun. Nicht nur in der Uni, sondern auch außerhalb ist immer Action. Montags und mittwochs besuche ich einen Norwegischkurs und dienstags und donnerstags schmetter ich den Ball beim gemeinsamen Volleyball. Seit gestern findet immer mittwochs ein Salskurs statt. Zum Wochenabschluss haben wir freitags Exkursionen zu Oslos Sehenswürdigkeiten und Museen. Am Wochenende ist dann Chillen angesagt. Extrem notwendig :-) Mit dem langen Ausschlafen ist es aber leider auch nicht weit her, denn die Lady unter mir weckt mich abwechselnd mit “Jonny B” und “Rythm is a Dancer” in einer üblen Technoversion. Und erst gegen Abend macht sie diese Mucke wieder aus…wenn das kommendes Wochenende wieder so sein sollte, muss ich echt mal bei ihr anklopfen (wenn nötig, dann auch im Oberstübchen). Wo wir jetzt schon bei meinem “Loch” sind, werde ich euch mal gleich das Neuste mitteilen. Mein eigentlicher Plan (bis vor noch wenigen Tagen) sollte wie folgt aussehen: Nach meinen Prüfungen Ende Mai wollte ich noch für einen weiteren Monat hier in Oslo bleiben, um ganz in Ruhe Recherchen für meine Deutsch Modul 2 – Arbeit durchzuführen. Das Wochenende vom 13.06. bis 15.06.2008 wollte ich dann auf einen Fjord- und Gletschertrip, den ich auch schon im Voraus bezahlt habe. Aber wie immer muss ja wieder mal alles anders laufen, als geplant…vor wenigen Tagen bekamen wir, d.h. alle Bewohner des Studentenwohnheims Ulleval einen Brief, in dem uns mitgeteilt wurde, dass wir aufgrund eines bevorstehenden Eigentümerwechsels bis zum 18.06.2008 aus unseren Zimmern ausgezogen sein müssen. Das heißt auch für mich als “International Student”, obwohl ich eigentlich eine Art Sonderstatus haben sollte, dass ich mich selbst um eine neue Unterkunft für die verbleibende Zeit kümmern muss, damit ich nicht auf der Straße sitze. So hieß es zumindest von dem jetzigen Eigentümer. Dann bin ich aber nochmal zu unserer International Office gegangen, um die Sache zu klären. Dort wusste man auch nicht so wirklich weiter. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie ich dann drauf war…zwar noch nicht ganz auf 180, aber doch schon ganz schön genervt, fertig und traurig zu gleich. Ich sollte dann nochmal für die letzten zwei Wochen irgendwohin, Betonung liegt auf IRGENDWOHIN, ziehen. Da mir das dann aber doch alles nen bissle stressig wird, hab ich meinen Papa gebeten mich schon an diesem besagten Wochenende, an dem ich auf den Gletschertrip will abzuholen. Während ich dann Klettern bin, räumt mein Papa das Auto ein, damit wir am Montag für die Stadt verlassen können. Dann heißt es am 16.06.2008 endlich wieder nach Hause. Zu euch! Wisst ihr, dass ich euch alle ganz schön doll vermisse?

Wenn ihr denkt, dass das schon alles zu meiner Unterkunft hier in Norwegen war, dann habt ihr euch getäuscht. Die Oberkrönung kommt nämlich noch…zu allem Überfluss haben wir am kommenden Sonntag mit unserem Host, das ist so nen Typ, der sich hier um die Wohnangelegenheit im Auftrag des Eigentümers kümmert, ein Meeting. Hier soll noch einmal über die Sauberkeit und die Reinigung der Flure, des Badezimmers, welches ich, genauso wie die Küche, mit 14 weiteren Bewohnern, die nicht alle unbedingt sehr sauber sind, teilen muss. Ich habe bislang auch nicht wirklich Kontakt zu meinen Mitbewohnern gehabt. Es sind mir hier auch nicht alle geheuer. Vor allem die männlichen Bewohner aus Kamerun. Anfangs und auch noch jetzt laden sie mich immer wieder auf irgendwelche Parties ein und fragen nach meiner Handynummer, die ich selbstverständlich nicht raus gebe. Komisch war auch eine ihrer ersten Fragen, nämlich die, ob ich schon Kinder habe und verheiratet sei. Strange, strange,…Wie dem aus sei, seit ich hier wohne, war ich insgesamt nur 4 Mal in der Küche und habe auch nur ein einziges Mal dort gekocht. Und das auch nur, weil der Leifi dollen Hunger hatte. Ich habe mich entschlossen gleich ein ganzes Kilo Nudeln zu kochen, damit ich die Folgetage die Küche nur zum Aufwärmen der Spagetti betreten muss. Wo ich das Essen aufbewahre fragt ihr euch jetzt wohl…ganz einfach. Ich benutze die natürliche Kälte. An meinem Fenster habe ich einen Plastikbeutel, der nach draußen hängt, befestigt. So lange es noch kalt ist, benötige ich keinen Platz in einem der drei teilweise extrem schimmelverseuchten Kühlschränken. Die Kochflächen, aber auch der Rest der Küche ist echt widerlich…man kann das nur aushalten, wenn man durch den Mund atmet und die Fenster sperrangelweit öffnet. Wenn meine Mitbewohner ihre heißgeliebte afrikanische Pampe, die hauptsächlich aus gekochtem Hühnchen und Bohnen besteht, zubereiten, kann man das schon am Eingang riechen, nein besser, “erstinken”. Nur gut, dass mein Zimmer gleich gegenüber der Eingangstür liegt. Dann brauch ich draußen nur einmal kurz tief Luft holen und komme dann unversehrt in meinem Zimmer an. Manchmal ist aber doch schon morgens, so gegen 7 Uhr so krass, dass der “Duft” schon unter meiner Tür langsam ins Zimmer rein zieht. Nur gut, dass ich die meiste Zeit unterwegs bin. Und Gott sei Dank hab ich ja hier so viele liebe Menschen kennengelernt, die immer für mich da sind. Da ist zum Einen die Maike und der Lukas, die gemeinsam mit noch zwei anderen Mitbewohnern in einem ganz tollen Apartment wohnen. Die gehe ich sehr regelmäßig besuchen. Meistens treffen wir uns auch bei denen, um gemeinsam Essen zu kochen, oder um einfach nur so rum zu hängen, nen bissle Quatsch zu machen und um eventuell auch mal was gemeinsam zu lernen. Mit von der Partie ist zum Zweiten auch Fonne. Das ist eine ganz liebe Freundin, die ich hier in meinem Kurs an der Uni kennengelernt habe. Sie kommt ursprünglich aus den Niederlanden und studiert Kommunikation. Im letzen halben Jahr arbeitete sie in England. Nach ihrem Aufenthalt hier in Oslo wird sie wieder zurück nach Derby, was nahe Nottingham liegt, gehen. Da freu ich mich sehr für sie…und das tolle ist, ich kann sie dann auch mal dort besuchen.

So ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr mit meiner “kleinen” Ausführung über die Lebensverhältnisse hier in Ullevall geschockt. Aber ich wollte doch mal wieder was schreiben…und da dachte ich mir, ich schreib euch jetzt einfach das, was mich gerade am meisten bewegt.

Falls ihr jetzt noch Lust habt nen paar neue Fotos anzusehen, dann klickt doch oben rechts einfach auf den “Reiter” Fotos oder auf den “Ordner” Bergen. Denn Leifi und ich waren, als er mich über die Osterferien besuchen war, mit meiner Freundin, der Isabel, und ihrem Freund Yvo, der auch zu Besuch aus Belgien angereist war, in Bergen. Bergen liegt an einem Fjord an der Westküste Norwegens und ist durch eine etwa achtstündige Autofahrt von Oslo zu erreichen. Die Fahrt dauert auch nur so lange, weil man hier offiziell nicht schneller als 80 km/h fahren darf. An manchen Stellen der Strecke war es mir teilweise auch gar nicht möglich schneller als 40 km/h zu fahren. Um euch ein wenig auf die Bilder einzustimmen gibt es hier ein von Leifi aufgenommenes Gruppenfoto…

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1 Kommentar

  1. Kommentar von Jan
    6. März 2009 um 20:15 Uhr

    Ulleval verbindet ;)

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