I am leaving on a jet plane…
Beginnen wir ganz von vorne…Wir, Leifi und ich, sind am 6. Februar 2008 um 10 Uhr Ortszeit in Stuttgart mit dem Auto in Richtung Flughafen Frankfurt Hahn gestartet. Der letzte Blick vom Hausflur in unsere kuschelige kleine Wohnung war doch schon ziemlich herzzerreißend…Die Autobahnfahrt hatten wir nach etwa 2 1/2 Stunden gut überstanden. Nach nur wenigen Kilometern auf der Landstraße hielt der Wagen dann auf einem der wenigen Parkplätze direkt vor der Abfertigungshalle. Schon da musste ich, wenn für Leifi vielleicht noch nicht ganz so ersichtlich, ganz schön dolle die Tränen runter schlucken. Aber wir hatten ja noch immerhin eine Stunde Zeit, die wir miteinander verbringen konnten…Da wir am Morgen nicht wirklich gefrühstückt hatten, d.h. Nahrungsaufnahme gleich null, nahmen wir in einem der kleinen Cafés Platz. Verwundert war ich da mal wieder, denn in Hessen darf man wohl noch immer in Restaurants rauchen. Man fand ich das ätzend. Sorry an alle Raucher unter den Lesern, aber ich bin das irgendwie nicht mehr so richtig gewöhnt.
Nach ner Stunde Rumgammeln war der Schalter für den Check-In dann endlich offen. Meine Reisetasche wog insgesamt 16,5 Kilogramm. Ich musst aber nur für ein Kilogramm extra zahlen. Das machte dann zu dem ca. 20 Euro billigen Flug weitere 8 Euro fürs Übergewicht. Dann gings noch mal raus an die frische Luft. Draußen regnete es. Kurz bevor ich dann durch die Extremkontrolle durch musste, hab ich meine Eltern zum letzten Mal von deutschem Boden aus angerufen. Unglaublich aber wahr, mein Freund hatte dank meines Papas mal wieder Guthaben auf seinem Handy. So brauchten wir gar nicht nach einer Telefonzelle suchen. Ach ja, nochmal so nebenbei, ich bin seit einigen Tagen nicht mehr unter meiner deutschen Handynummer zu erreichen. Ich bin jetzt stolze Besitzerin einer norwegischen Handynummer. Jeder der die in Erfahrung bringen möchte, sollte mich einfach kurz per Mail anschreiben oder den Leifi zu Hause anklingeln (die will ich hier nämlich nicht unbedingt auf dem Blog veröffentlichen). Nun aber zurück zu meiner Story…Nachdem ich sämtliche Klamotten, ich muss sagen, dass ich an diesem Tag super viel Zeug an hatte, in verschiedenen Wannen, die anschließend durch den Scanner fahren sollten, abgelegt und am anderen Ende auf mein Laptop meinen Rucksack und den anderen Kram wartete schaute ich noch ein letztes Mal zu meinem lieben Schatz, dem Leifi. Dann musste ich doch nochmal meinen Rucksack öffnen und nach einer Schere suchen, die ich in meinem Federmäppchen vergessen hatte. Gut das Leifi noch da war. So konnte er diese entgegen nehmen. Dann noch ein letzter Luftkuss und dann war er schon nicht mehr zu sehen. Ich wusste gar nicht genau, ob ich weinen, oder ob ich mich auf das Neue noch Unbekannte und Ungewisse freuen sollte. Ich kann nur sagen, dass ich ziemlich aufgeregt war. Das konnte man auch von außen wahrnehmen. Mein Kopf bestimmt ganz schön rot und meine Knie zitterten. Ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht mehr sprechen konnte. Dann kam Gott sei Dank ein Flughafenmitarbeiter auf mich zu. Die machen da doch solche Zufriedenheitsumfragen. Da ich nun nichts anderes zu tun hatte, widmete ich mich seinen Fragen und war froh, dass so die Wartezeit sehr schnell verging.
Nach einem pünktlichen Start und einem angenehmen Flug, allerdings ohne Verköstigung und Getränke, musste ich am Osloer Flughafen in Sandefjord (Torp) keine 15 Minuten auf mein Gepäck warten. Nur wenige Minuten später kaufte ich mir mein erstes Getränk und zahlte zum ersten Mal in meinem Leben mit Norwegischen Kronen. An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Danke an meine Julia! Draußen warteten schon die Linienbusse, welche die Ankömmlinge für einen Preis von 150 NOK vom ca. 120 Kilometer weit entfernten Flughafen (hier fliegen nämlich nur die Chater- und Billigarilines her) in einer 1 1/2 stündigen Fahrt in die Innenstadt von Oslo bringen. 150 NOK, dass sind umgerechnet ca. 19 Euro. Das find ich mittlerweile ganz schön viel. Vor allem wenn man das mit dem Preis für das One-Way-Flugticket “Frankfurt Hahn – Oslo Trop” vergleicht. Wie dem auch sei, am Busterminal in Oslo wurde ich dann von Maike und Lukas, meinen beiden Fellow-Students aus Germany (die gehen beide auch an die PH in Ludwigsburg) und noch von einer weiteren Studentin aus Belgien, der Binke, abgeholt. Zusammen mit ihrem Freund haben wir dann gemeinsam die Sachen in das Studentenheim “Ulleval” gebracht. Die Tramfahrt hat dann nochmal 30 NOK gekostet. Man das läppert sich ganz schön zusammen. Dann endlich angekommen…Der Schlüssel passt ins Schlüsselloch!
Hier seht ihr jetzt die ersten Bilder von meinem Zimmer:
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Mittlerweile sieht es aber schon etwas wohnlicher aus, denn wir waren schon am ersten Wochenende mal gleich bei Ikea und haben eingekauft. Jetzt hab ich auch schon nen Blümchen und ne kleine Obstschale und viele Kerzen und Teelichte in meinem winzigen Zimmer stehen.
Soviel nun fürs Erste. Über meine Eindrücke in der Hochschule und die ersten sozialen Kontakte mit anderen Internationalen Studenten und Norwegern schreibe ich in meinem nächsten Artikel.
Zum Schluss noch ein kleines Liedchen und ein Video. Ich wünsche euch viel Spaß dabei. Ich denke an euch und wünsche euch weiterhin lustige, spaßige und vor allem erholsame Semesterferien. Und für die, die hart Arbeiten, den halte ich ganz feste die Daumen, dass die Woche schnell rum geht.
Viele liebe Grüße aus der Ferne
Eure Lauri
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